Den Rechner reinigen

Der Rechner ist der Kern Eurer Anlage, der die ganze Arbeit leistet. Leider ist er auch der Part, der am meisten unter Verschmutzungen zu leiden hat. Die Gründe liegen zum einen in der Kühlung, welche durch leistungsfähige Lüfter Frischluft in das Gerät einsaugt und zeitgleich mit anderen Lüftern die warme Innenluft hinausbläst. So wird die ganze Einheit gekühlt und vor Überhitzung geschützt. Mit der eingesaugten Luft gelangen aber auch viele Schmutzpartikel, wie Staub oder Pollen, in den Rechner, wo sie sich mehr und mehr ablagern.

Zum anderen sind viele der Bauteile Statisch geladen, wodurch die Partikel regelrecht aus der Kühlungsluft gefiltert werden und sich an den geladenen Bauteilen festsetzen.

Besonders die Kühler der Prozessoren sind davon betroffen. In den engen Bereichen der Kühlgitter kann sich der Staub leicht festsetzen und so die Bereiche, durch welche die Kühlluft strömen soll, nach und nach verstopfen. Das behindert die Kühlleistung immer mehr, bis es schließlich zur Überhitzung der Einheit kommt. Dass kann zu Leistungseinbußen, Systemabstürzen bis hin zum Totalausfall führen. Davon betroffen sind in der Regel die Kühler des Prozessorkerns (CPU) und die Kühlung leistungsstarker Grafikkarten (mit aktiver Kühlung/Lüftern). Daher müssen die Lüftungsschlitze regelmäßig (mind. alle 6 Monate, bei Rauchern oder Haustieren alle 3 Monate) vom Staub befreit werden.

WICHTIG: Das Gehäuse nur öffnen, wenn der Netzschalter aus und das Stromkabel abgezogen ist, um einen elektrischen Schlag oder einen Kurzschluss zu vermeiden. Niemals in einem unter Stromstehenden Gerät hantieren, dass kann tödlich für Euch und den Rechner sein.

Um die Kühleinheit vom Staub zu befreien gibt es mehre Möglichkeiten. Von der Säuberung mittels Bürste, Ohrstäbchen oder gar Messer raten wir ab, dadurch könnt Ihr die Kühleinheit massiv schädigen. Das Absaugen oder Wegblasen des Staubs ist deutlich effektiver und schonender für die Hardware.

Reinigung mit Druckluft

Zum Wegblasen der Verschmutzungen benötigt Ihr nur etwas Druckluft, mit der Ihr direkt die schmalen und versteckten Bereiche ausblasen könnt. Dazu reicht schon ein kleiner Kompressor, der mit einer Druckluftdüse ausgestattet wird. Generell solltet Ihr hier Geräte mit einer 220 Volt Stromversorgung bevorzugen. Zwar gibt es auch Batterie- oder Akkugetriebene Geräte, allerdings reicht der Luftdruck nicht an die Leistung eines 220 Volt Kompressors heran. Durch den Betrieb über den Akku sind sie jedoch flexibler einsetzbar, beispielsweise zum Aufpumpen der Luftmatratze oder zum Anschüren des Grills am See.

Ein kleiner Kompressor mit direkter Stromversorgung erzeugt einen gleichmäßig starken und effektiven Druckluftstrahl, mit dem Ihr den Dreck aus der letzten Ritze pusten könnt. Die Anschaffungskosten liegen bei diesen Geräten unwesentlich höher, dafür können Sie zusätzlich in allen anderen Bereichen, zum Beispiel zum Aufpumpen von Reifen oder Druckluftwerkzeug, eingesetzt werden. Bei beiden Varianten gehören die Druckluftdüsen, die Ihr für die PC-reinigung braucht, bereits zum Lieferumfang dazu.

Eine günstige Alternative hierzu sind Druckluftdosen, wie sie auch gerne für Druckluftfanfaren bei Großveranstaltungen (Fußball) verwendet werden. Dabei handelt es sich um eine Spraydose, die mit einer verlängerten Düse ausgestattet ist. Mit der Verlängerung kommt Ihr an fast alle Bereiche und könnt so den Staub sehr gut wegblasen. Die Anschaffungskosten liegen bei ein paar Euro, allerdings reicht die Druckluftkapazität nur für ein bis zwei Reinigungsdurchgänge. Ähnlich funktioniert die Druckluftpumpe, bei der die Druckluft durch das zusammendrücken eines Gummiballs erzeugt wird. Das Reinigen ist durch das ständige Zusammendrücken der Pumpe etwas anstrengender, dafür entstehen keine hohen Anschaffungs- oder Folgekosten. Die Stärke des Luftdrucks hängt stark von der Kraft ab, mit der die Pumpe zusammengedrückt wird.

Reinigung mit dem Staubsauger

Das Absaugen der Verschmutzungen mit dem Staubsauger ist die günstigere Variante, da in der Regel jeder Haushalt bereits über einen Staubsauger verfügt. In den meisten Fällen kann dieser auch für die Reinigung des Computers genutzt werden, sofern er mit einem Schlauch und einer schmalen Saugdüse ausgestattet ist. Damit lassen sich die Lüftungsgitter und der Innenraum vom gröbsten Dreck befreien.

Das Absaugen der Kühler erweist sich allerdings als schwierig, da man hier oft zwischen den Ventilatorblättern hindurchsaugen muss. Der Platz ist sehr eng, so dass nur die wenigsten Saugdüsen hindurchpassen. Wer Glück hat, kann den Lüfter abnehmen und die Kühlgitter direkt absaugen, allerdings ist diese Möglichkeit oft nicht gegeben, sei es aus baulichen Gegebenheiten oder aus Platzgründen.

Hier kann ein Adapterschlauch mit verschiedenen Düsen hilfreich sein. Dieser wird einfach auf das Saugrohr Eures Staubsaugers aufgesteckt, ohne dass Ihr dafür Werkzeug benötigt. Mit dem wesentlich dünneren Schlauch und den dazu passenden Saugdüsen kommt Ihr wesentlich leichter an die kritischen Stellen und könnt diese gründlich reinigen. Neben den Saugdüsen werden in der Regel auch Saugbürsten mitgeliefert, mit denen gröbere Verschmutzungen weggebürstet und die Schmutzpartikel gleichzeitig abgesaugt werden können. Das ist besonders bei der Reinigung der Grafikkartenlüfter hilfreich.

Bitte befreit alle elektrischen Bauteile von Staub, vor allem auch das Innere des Netzteils. Das Schutzgitter ist angeschraubt, Ihr könnt es also abnehmen um den Innenraum des Netzteils zu säubern. Das ist sehr wichtig, der Staub ist ab einer gewissen Dicke in der Lage Strom zu leiten, was zu einem Kurzschluss im Netzteil oder auf dem Mainboard führen kann. Die Folgen sind in den meisten Fällen vernichtend.

WICHTIG: Im Inneren des PCs bitte keine feuchten Tücher oder chemische Reiniger verwenden, diese schädigen die elektrischen Bauteile. Der Innenraum muß absolut trocken bleiben.

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